China steigt in Ölprojekt Kaschagan ein

Auf künstlich angelegten Inseln werden Erdöl und Erdgas künftig über acht Bohrlöcher gefördert. © NCOC
Auf künstlich angelegten Inseln wird das Öl künftig über acht Bohrlöcher gefördert. © NCOC

ASTANA. Der staatliche chinesische Energieriese CNPC steigt in das Ölprojekt Kaschagan im kasachischen Teil des Kaspischen Meeres ein. Das kündigte Chinas Staatschef Xi Jinping am Wochenende nach Gesprächen mit Kasachstans Präsident Nursultan Nasarbajew in Astana an. Im Juli hatte der US-amerikanische Gesellschafter ConocoPhillips seinen Anteil von knapp 8,4 Prozent an den kasachischen Staatskonzern KazMunaiGas abgeben müssen. Dieses Paket sollen die Chinesen nun für rund fünf Milliarden US-Dollar übernehmen. Der indische Mitbewerber ONGC Videsh geht leer aus. Das Kaschagan-Feld wird von einem internationalen Konsortium erschlossen, zu dem auch Eni, die KazMunaiGas-Tochter KMG Kashagan, Total, ExxonMobil und Royal Dutch Shell mit jeweils 16,81 Prozent der Anteile sowie Inpex mit 7,56 Prozent der Aktien gehören. KMG-Vorstandschef Sauat Mynbajew erklärte, dass mit der Ölförderung voraussichtlich in dieser Woche begonnen werde.
Noch in diesem Jahr sollen bis zu drei Millionen Tonnen Rohöl gefördert werden. Die geologischen Reserven des Kaschagan-Feldes im nördlichen Teil des Kaspischen Meeres werden von Experten auf rund 38 Milliarden Barrel bzw. fast fünf Milliarden Tonnen und die ausbringbaren Reserven auf zehn Milliarden Tonnen Öl geschätzt. Zudem werden in Kaschagan bis zu einer Billion Kubikmeter Gas vermutet.