Linde vertieft Zusammenarbeit mit russischem Petrochemieriesen Sibur

In Tobolsk baut Linde bereits eine Polypropylen-Anlage für Sibur © Sibur
In Tobolsk baut Linde bereits eine Polypropylen-Anlage für Sibur © Sibur

MÜNCHEN. Die Linde Gruppe wird die Gaseversorgung des russischen Chemiekonzerns Sibur an dessen Standort in Dscherschinsk in der Region Nishnij Nowgorod übernehmen und zwei neue Luftzerlegungsanlagen errichten und betreiben. Wie der deutsche Anlagenbauer mitteilte, umfasse der Langfristvertrag, den beide Unternehmen Mitte Juni schlossen, Investitionen von 70 Millionen Euro. Die Inbetriebnahme der neuen On-site-Anlagen ist für Ende des Jahres 2015 vorgesehen.
Sibur ist das größte Petrochemie-Unternehmen in Russland und will mit der Ausgliederung der Luftgaseproduktion die Effizienz seiner Ethylenoxid- und Glykolanlagen in Dscherschinsk stärken. Linde wird zunächst vier bestehende Luftzerlegungsanlagen übernehmen und modernisieren. Im nächsten Schritt sollen zwei neue Anlagen mit einer Produktionskapazität von insgesamt rund 30.000 Normkubikmeter gasförmigem Sauerstoffs entstehen, die Linde dann auch betreiben wird. Neben Sibur sollen auch Drittkunden am Chemiestandort Dscherschinsk mit Luftgasen beliefert werden.

Linde realisiert derzeit bereits zwei weitere Projekte mit Sibur am Standort Tobolsk in Westsibirien. Im Juni 2012 erhielten die Deutschen einen Engineering-Auftrag für die Lizenz und FEED-Dienstleistungen (FEED = Front End Engineering Design) für eine der weltweit größten Ethylen-Anlagen. Am selben Standort errichtete Linde außerdem eine Polypropylen-Anlage mit einer Jahreskapazität von 500.000 Tonnen, die gerade in Betrieb genommen wird.