Wirtschaftsentwicklung China: Marktkräfte besser entfalten

Nach jüngsten Einschätzungen von Ministerpräsident Li Keqiang wird das chinesische Wirtschaftswachstum in diesem Jahr trotz zunehmend schwierigerem Umfeld stabil bleiben. Bei einem Treffen mit Provinzgouverneuren der Bohai-Wirtschaftsregion Anfang Juni betonte er, dass der Schlüssel für stabiles Wachstum in der Verbesserung der makroökonomischen Kontrolle liege, um die „Marktkräfte besser zu entfalten“. Staatliche Ausgaben sollen künftig insbesondere dazu dienen, den privaten Konsum anzukurbeln, während mit Bankkrediten die Realwirtschaft stimuliert werden soll. Branchen mit Überkapazitäten sollen in Zukunft zugunsten innovativer Industrien weniger Mittel erhalten.

Nachdem die chinesische Wirtschaft im vierten Quartal 2012 um 7,9 Prozent wuchs und damit ein sieben Quartale andauernder Rückgang des Wachstums gestoppt wurde, schwächte sich die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal dieses Jahres wieder ab. Das Bruttosozialprodukt wuchs im Jahresvergleich um 7,7 Prozent.

China Aussenhandel Jan-April 2013 © OWC
Deutsch-chinesischer Außenhandel Januar bis April 2013 Quelle: Mofcom © OWC

Gleichzeitig nahmen nach Angaben der chinesischen Zollverwaltung im Mai die Exporte im Jahresvergleich nur um ein Prozent zu, was der geringste Zuwachs in den vergangenen zehn Monaten ist. Die Importe gingen um 0,3 Prozent zurück, nachdem sie im April noch um 16,8 Prozent zulegten. Damit wurde ein Handelsbilanzüberschuss von 20,43 Milliarden US-Dollar erreicht.
Insgesamt stieg der Außenhandel im Mai gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres um 0,4 Prozent. Und für die ersten fünf Monate dieses Jahres konnte ein Plus von 10,9 Prozent auf 1.680 Milliarden US-Dollar. Die Exporte stiegen um 13,5 Prozent, die Importe um 8,2 Prozent. Die Zollverwaltung gibt den Handelsbilanzüberschuss mit 80,87 Milliarden US-Dollar an.

Statistik 2012
Bevölkerung: 1,3 Mrd.
Fläche: 9,6 Mio km²
Nominales BIP: 8.227 Mrd. US$
BIP pro Kopf: 6.076 US$
BIP-Wachstum: 7,8%
BIP-Prognose 2013: 8,0%
Ausländische Direktinvestitionen:
111,7 Mrd. US$
Quelle: IWF, Mofcom

Angaben des stellvertretenden Handelsministers Zhong Shan zufolge, ist der Mai-Rückgang im Handel unter anderem auf die Verlangsamung bei der Erholung der globalen Wirtschaft zurückzuführen. Weitere Faktoren sind laut Zhong ein drastischer Rückgang im Handel mit Hongkong infolge stärkerer Kontrollen im Arbitrage-Handel sowie das nachlassende Wirtschaftswachstum in China selbst, weiter schwache Nachfrage im Ausland, hohe Kosten in der Produktion, die Aufwertung des Yuans infolge stärkerer Devisenzufuhr sowie ein sich verschlechterndes Umfeld im globalen Handel. China habe zunehmend mit Folgen von Protektionismus zu kämpfen.

Außenhandel mit Deutschland

China Aussenhandel 2012 © OWC

In der Rangliste der Außenhandelspartner Deutschlands, 2012:
Deutsche Einfuhr: 2. Platz
Deutsche Ausfuhr: 5. Platz