Messewirtschaft gut im Geschäft

Besonders die deutschen Messen in China, Russland und der Türkei haben 2012 zugelegt. © AUMA
Besonders die deutschen Messen in China, Russland und der Türkei haben 2012 zugelegt. © AUMA

BERLIN. Trotz der schwachen Konjunktur in Europa und der fortdauernden Diskussion um die Euro-Entwicklung ist die deutsche Messewirtschaft weiter auf Wachstumskurs. So lautet die Bilanz des Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (AUMA), die Anfang Juni in Berlin vorgestellt wurde. Die 160 überregionalen Messen in Deutschland verzeichneten 2012 im Vergleich zu 2011 rund zwei Prozent mehr Aussteller. „Die Euro-Krise beeinträchtigt zwar die Stimmung in den Unternehmen“, sagte der scheidende AUMA-Vorsitzende Joachim Boekstegers, „aber der schwache Euro stützt gleichzeitig das Exportgeschäft.“ Etwa 90 der deutschen Messeveranstaltungen zählen laut Boekstegers zu den rund 140 Weltleitmessen. „Auch wenn die Lage im Unternehmen schwierig ist, kann man es sich kaum leisten, dort nicht zu erscheinen“, konstatierte er.
Wachstumstreiber waren im vergangenen Jahr vor allem die ausländischen Aussteller mit einem Zuwachs von 4,2 Prozent. Besonders stark zugelegt haben dabei die Beteiligungen aus China (plus elf Prozent) und Japan (plus neun Prozent). Die Ausstellerzahlen aus Indien treten dagegen mit einem Minus von rund einem Prozent auf der Stelle. „Offensichtlich wächst das Spektrum exportfähiger Produkte nur begrenzt“, kommentierte Boekstegers die stagnierenden indischen Beteiligungen.

Starkes Wachstum bei den deutschen Auslandsmessen
Profitiert haben die deutschen Messegesellschaften, die 2012 einen Umsatz von rund 3,3 Milliarden Euro erwirtschafteten, auch von ihren Auslandsmessen. Die 266 Messen, die deutsche Veranstalter im Ausland organisiert haben, verzeichneten 2012 einen Anstieg der Ausstellerzahl um 7,2 Prozent. Die mit Abstand größte Nettofläche mit insgesamt 1.660.000 Quadratmetern hatten die deutschen Auslandsmessen in China, gefolgt von Russland (499.000 Quadratmeter) und der Türkei (330.000 Quadratmeter). Die Wachstumsraten sind dabei in Indien (plus 16,4 Prozent) und Russland (plus 15,1 Prozent) deutlich höher als in China (+5,1 Prozent), allerdings von einem niedrigeren Niveau aus. Wie der Geschäftsführer des AUMA, Peter Neven, erläuterte, macht das Segment Auslandsmessen mittlerweile rund zehn Prozent des Umsatzes der deutschen Messeveranstalter aus.
Auch die „German Pavillons“, die vom Bundeswirtschaftsministerium mit jährlich 42,5 Millionen Euro geförderten Firmengemeinschaftspräsentationen auf ausländischen Messen, werden laut AUMA-Bilanz weiterhin stark nachgefragt. 2012 beteiligten sich fast 7.300 Firmen auf 252 Auslandsmessen, über zehn Prozent mehr als 2011.

Prognose für 2012
Auch für das laufende Jahr rechnet der AUMA erneut mit einem leichten Anstieg der Ausstellerzahlen und der Standfläche auf deutschen Messen. Für ein deutlich stärkeres Wachstum müsse erst die Gesamtkonjunktur wieder mehr in Schwung kommen. Der Besuch der Messen dürfte knapp stabil bleiben.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here