Hannover Messe: Partnerland Russland mit Rekordbeteiligung

Merkel und Putin eröffnen heute gemeinsam die Hannover Messe 2013. © Deutsche Messe
Merkel und Putin eröffnen heute gemeinsam die Hannover Messe 2013. © Deutsche Messe

HANNOVER. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der russische Präsident Wladimir Putin haben am Sonntagabend die Hannover Messe eröffnet, bei der Russland in diesem Jahr als Partnerland auftritt. Auch den Eröffnungsrundgang am Montag, dem ersten Messetag, unternahmen die beiden Staatsoberhäupter gemeinsam. Trotz dem die politischen Bande derzeit überschattet werden durch Aktionen gegen deutsche Stiftungen in Russland und der Uneinigkeit über die Situation in Syrien und Zypern, florieren die wirtschaftlichen Beziehungen. Durch die Beteiligung Russlands auf der deutschen Industrie-Leitmesse erwarten sich beide Länder starke Impulse für die weitere Zusammenarbeit.

Deutschlands wichtigster Partner im Osthandel präsentiert sich in Hannover auf insgesamt 4.900 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Rund 160 russische Unternehmen haben sich angekündigt, etwa 200 Redner aus Politik und Wirtschaft kommen im Veranstaltungsprogramm der Messe zu Wort. „Für uns ist die Messe ein wichtiges Werkzeug, um die Partnerschaft zwischen Russland und Deutschland zu vertiefen und die Interessen der russischen Exporteure zu stärken, vor allem aber ist sie eine Plattform für Kommunikation, freie Diskussion, den Aufbau von Vertrauen und die Suche nach neuen Geschäftsmöglichkeiten“, sagte der russische Industrieminister Denis Manturow im Vorfeld der Messe im Interview mit Ost-West Contact.

Besonders erfreut zeigt Manturow sich darüber, dass in diesem Jahr erstmals nicht nur die großen russischen Unternehmen – wie Gazprom, Uralwagonsawod, Rosneft, TMK, Rusnano – präsent sein werden, sondern auch kleine und mittelständische Unternehmen. Die Förderung des russischen Mittelstandes ist ein Thema, dass sich die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) jüngst auf die Fahne geschrieben hat. Grund dafür ist vor allem die schwache russische Zulieferindustrie, die die Arbeit ausländischer, in Russland produzierender Unternehmen einschränkt.

Auch die aktuellen Zahlen der russischen Statistikbehörde Rosstat werden auf der Messe für Gesprächsstoff sorgen, denn die Industrieproduktion Russlands ist im Februar um 0,8 Prozent gegenüber dem Vormonat geschrumpft. Im Vergleich zum Vorjahresmonat betrug der Rückgang sogar 2,1 Prozent. Zu den Faktoren, die die Industrieproduktion negativ beeinflussen, zählt Rosstat die hohen Steuern, die ungewisse Wirtschaftssituation, den Geldmangel sowie die ausbleibende Nachfrage auf dem Binnenmarkt. Dennoch erwartet das russische Wirtschaftsministerium, dass die Industrieproduktion in diesem Jahr um 3,6 Prozent wachsen wird. 2012 hatte der Zuwachs bei 2,6 Prozent gelegen.

Für Russland haben in Hannover die Themen Energie, Maschinenbau, neue Werkstoffe und industrielle Automatisierung Priorität. Der russische Zentralstand befindet sich in Halle 26, weitere Gemeinschaftsstände sind innerhalb der internationalen Leitmessen Energy, Research & Technology, Motion, Drive & Automation, IndustrialGreenTec sowie in der parallel stattfindenden Metropolitan Solutions zu finden. Zu den Höhepunkten der Veranstaltungen zählt der deutsch-russische Wirtschaftsgipfel, den der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft zum Auftakt der Messe veranstaltet – allerdings ohne Merkel und Putin. Außerdem stehen ein deutsch-russisches Energieforum, eine Konferenz zu umweltfreundlichen Materialien und ein Forum zu Anlagemöglichkeiten in Russland auf dem Programm. Das Thema „City Solutions“, wirtschaftlicher Schwerpunkt des gegenwärtig stattfindenden Deutschlandjahres in Russland, greift der Ost-Ausschuss in einer zusätzlichen Veranstaltung auf der Messe Metropolitan Solutions auf, die parallel zur Hannover Messe in Halle 1 ausgerichtet wird.

Als weiteren Schwerpunkt stellt Russland das Global Industrial Design Forum (GID) auf dem Zentralstand in Halle 26, Stand B17, als ein Hauptprojekt vor. In größerem Umfang präsentieren sich zudem die Regionen Kaluga, Kirow, Swerdlowsk, Nowosibirsk, Tomsk, das Leningrader Gebiet, die Teilrepublik Tatarstan sowie St. Petersburg und Moskau. awa/hannover messe