Geschäftsklimaumfrage: Deutsche Unternehmen optimistisch

Überwiegende gute Beurteilung der eigenen Geschäftslage in Russland © AHK/Ost-Ausschuss
Überwiegende gute Beurteilung der Geschäftslage © AHK/Ost-Ausschuss

MOSKAU. Trotz politischer Uneinigkeit bleibt die Stimmung der deutschen Wirtschaft in Russland positiv. In der zehnten Geschäftsklimaumfrage, die der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft und die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer Anfang Februar in Moskau vorstellten, gab die Hälfte der 135 teilnehmenden Unternehmen an, sie habe im vergangenen Jahr eine Verbesserung des Geschäftsklimas in Russland festgestellt. 83 Prozent rechnen auch 2013 mit einer positiven Entwicklung der russischen Wirtschaft.
Die Befragten planen im laufenden Jahr Investitionen von deutlich über 800 Millionen Euro. Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Rainer Lindner sieht das als ein klares Bekenntnis zum Investitionsstandort Russland. Der AHK-Vorstandsvorsitzende Michael Harms erwartet daher für die nähere Zukunft eine weitere dynamische Entwicklung.

Die Handelszahlen sind schon jetzt vielversprechend. Von Januar bis November 2012 lag der bilaterale Handelsumsatz mit rund 74,2 Milliarden Euro um fast zehn Prozent über dem Vorjahresvolumen. Während die deutschen Ausfuhren nach Russland um zwölf Prozent auf 35,4 Milliarden Euro zulegten, stiegen die deutschen Importe um rund sechs Prozent auf 38,7 Milliarden Euro.

Trotz allem liegt Russland in den internationalen Rankings zu Investitionsbedingungen und Transparenz nach wie vor auf den hinteren Plätzen. So sehen auch die deutschen Unternehmen weiterhin Reformbedarf. Insbesondere Bürokratie und Korruption werden als größte Hindernisse gesehen. Die Deutschen wünschen sich weitere Fortschritte beim Thema Zoll und bei den Zertifizierungsverfahren, bei den Genehmigungsverfahren sowie bei der Bekämpfung des Protektionismus.

Einschätzung der Wirtschaftsentwicklung Russlands © AHK/Ost-Ausschuss
Einschätzung der Wirtschaftsentwicklung Russlands © AHK/Ost-Ausschuss

Baustellen haben die deutschen Unternehmen auch bei der Vergabe von Visa durch die Konsulate beider Länder sowie bei der Verfügbarkeit von Fachkräften ausgemacht. 80 Prozent der Unternehmen fordern die zügige Abschaffung der Visumspflicht zwischen der Europäischen Union und Russland. Der Herausforderung des Fachkräftemangels begegnen die Unternehmen durch die Ausbildung im eigenen Betrieb (59 Prozent) und durch den Einsatz von Expatriates (15 Prozent). 13 Prozent der Unternehmen behelfen sich mit der Zusammenarbeit mit russischen Bildungseinrichtungen, weitere 13 Prozent schauen sich bei der Konkurrenz um.

Der WTO-Beitritt Russlands im August 2012 hat sich für eine große Zahl der deutschen Unternehmen bislang nicht bemerkbar gemacht. Rund 80 Prozent der befragten Unternehmen konnten keine Veränderungen feststellen, 20 Prozent der Unternehmen sahen nach den ersten 100 Tagen WTO-Mitgliedschaft erste positive Auswirkungen. Für das laufende Jahr erwarten die befragten Unternehmen allerdings spürbare Verbesserungen durch die WTO-Mitgliedschaft. Rund 76 Prozent rechnen mit leicht bis stark positiven Auswirkungen auf das eigene Unternehmen. awa/AHK/Ost-Ausschuss

Umfrageergebnis zum Download
Alle Ergbenisse zur Geschäftsklimaumfrage finden Sie in der Zusammenfassung von AHK und Ost-Ausschuss:
Geschäftsklima Russland 2013