Asien-Pazifik-Konferenz: Partner für die Zukunft

Siemens-Chef Peter Löscher und der deutsche Wirtschaftsminister Philipp Rösler auf dem Gipfel in New Delhi © OWC
Siemens-Chef Löscher und Wirtschaftsminister Rösler in New Delhi © OWC

NEW DELHI. „Denke bei Investitionen langfristig und werde bei kurzfristigen Schwierigkeiten nicht nervös“, so lautet der Tipp des Vorsitzenden des Asien-Pazifik-Ausschusses und Vorstandsvorsitzenden der Siemens AG, Peter Löscher, für Unternehmen, die in der Asien-Pazifik-Region aktiv sind beziehungsweise ein Engagement hier planen. Mehr als 750 Firmenvertreter diskutierten auf der 13. Asien-Pazifik-Konferenz, die am 1. und 3. November in New Delhi stattfand, die Zukunft des deutschen Asiengeschäfts und die Herausforderungen, die Asien und Europa für die gemeinsame Zukunft zu bewältigen haben. Die Konferenz steht unter dem Motto „Partnerschaft, Innovation und Nachhaltigkeit“. Asien, das nach Prognosen 2015 etwa 50 Prozent des Welt-BSP erzeugen wird (heute sind es etwa 26 Prozent) ist für die deutsche Wirtschaft einer der wichtigsten Zukunftspartner.

Die Intensivierung der Zusammenarbeit mit den sich entwickelenden Ländern Asiens sei laut Löscher wichtig, um globale Ungleichgewichte zu lösen. Dem stimmte beispielsweise auch der Vietnams Minister für Wirtschaft und Handel, Vu Huy Hoang, zu, der sagte, nur durch eine intensivere Zusammenarbeit könnten turbulente Zeiten wie wir sie zurzeit erleben überstanden werden. Er verwies auf die Auswirkungen der Euro-Schuldenkrise auf das Wirtschaftswachstum in den ASEAN-Ländern.

Auf der Konferenz wurde betont, dass Asien zunehmend zu einem globalen Innovationstreiber werde. Das erfordere, die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der Region auf eine neue Basis zu stellen, neue Partnerschaften zu begründen, die durch Gleichberechtigung, offene Märkte in beiden Richtungen sowie faireren Marktzugang gekennzeichnet sind. Protektionismus sei nicht zukunftsfähig, lautet der Tenor in den Diskussionen. Der deutsche Wirtschaftsminister Phillipp Rösler plädierte unter anderem für einen zügigen Abschluss von Freihandelsabkommen, wobei er auch bilaterale Vereinbarungen nicht ausschließe, so lange es wenig Hoffnungen gibt, dass die Doha-Runde der WTO zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werde.

Als Herausforderungen für die Länder Asiens betrachtet Rösler die Sicherungen von Wachstum. Ohne Wachstum gelinge es nicht, Nachhaltigkeit und Beschäftigung in den Ländern der Region zu ermöglichen. Deutsche Unternehmen könnten mit ihren Erfahrungen und mit ihrem Know-how einen wesentlichen Beitrag zum nachhaltigen Wirtschaftswachstum in der Asien-Pazifik-Region leisten. Gleichzeitig betonte der Minister die Offenheit für asiatische Investitionen in Deutschland. Auch müsse sich Deutschland stärker für hochqualifizierte Arbeitskräfte aus der Asien-Pazifik-Region öffnen. Rösler sagte, dass es regulatorischen Nachholbedarf gebe, etwa in der Visa- und Aufenthaltspolitik. pt