Hafen Hamburg: Deutliches Plus im Russlandverkehr

Insgesamt verbesserte sich der Umschlag im ersten Halbjahr um 2,7 Prozent © Hamburg Hafen
Insgesamt verbesserte sich der Umschlag um 2,7 Prozent © Hamburg Hafen

HAMBURG. Der Hamburger Hafen erreichte in den ersten sechs Monaten 2012 einen Gesamtumschlag von 65,8 Millionen Tonnen, ein Plus von 2,7 Prozent. Der dominierende Containerumschlag kam mit einem Umschlagergebnis von 4,4 Millionen TEU (20-Fuß-Standardcontainer) auf ein Plus von 1,9 Prozent. Für das verhältnismäßig geringe Wachstum sorgte das Ergebnis im Bereich der Leercontainer, wohingegen der Umschlag beladener Container mit 3,8 Millionen TEU ein Plus von 4,7 Prozent erreichte.
Die Entwicklung im Containerumschlag mit der Ostseeregion verlief im ersten Halbjahr 2012 positiv. Er verzeichnete eine deutliche Steigerung von 9,5 Prozent. Vor allem der für Hamburg wichtige Russlandverkehr zeigte mit einem Plus von 14,7 Prozent auf 317.000 TEU ein überdurchschnittliches Wachstum.

„Mit dem Beitritt Russlands zur WTO werden die Handelsbarrieren sukzessive weiter abgebaut. Davon profitiert auch der Hamburger Hafen, der eng mit dem russischen Markt verbunden ist“, kommentierte Hafen Hamburg Marketing Vorstandsvorsitzende Claudia Roller auf der Halbjahrespressekonferenz in Hamburg. Wie sich der Abbau von Handelsbarrieren auswirken kann, zeige das Beispiel China. Seit dem Beitritt Chinas zur WTO im Jahr 2001 hat sich der Containerverkehr Chinas über den Hamburger Hafen nahezu vervierfacht.

HalbjaHalbjahrespressekonferenz der Hafen Hamburg Marketing im DB-Lokschuppen © Hafen Hamburghrespressekonferenz der Hafen Hamburg Marketing Mitte August © OWC
Halbjahrespressekonferenz der Hafen Hamburg Marketing im DB-Lokschuppen © OWC

Für den Hafen der Elbmetropole ist Russland zweitwichtigster Handelspartner im Containerverkehr. Im letzten Jahr wuchs der Containerumschlag um mehr als 35 Prozent auf 595.000 TEU. Für russischstämmige Unternehmen ist Hamburg mittlerweile ein wichtiger Standort. Nach Angaben der HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH haben sich mittlerweile rund 120 russische Firmen in Hamburg niedergelassen. Sie kommen vor allem aus den Branchen Logistik, Schifffahrt und Lebensmittelhandel. Die HWF unterstützt russische Unternehmen und unterhält in Moskau und Hamburg Verbindungsbüros. Im Haus der Deutschen Wirtschaft in St. Petersburg befindet sich zudem die Vertretung von Hafen Hamburg Marketing.

Für den weiteren Jahresverlauf rechnet die Hafen Hamburg Marketing mit einem Gesamtumschlag von 135 bis 136 Millionen Tonnen und einem Plus von zwei bis drei Prozent. Der Containerumschlag wird 2012 bei ein bis zwei Prozent liegen. Für den Russlandverkehr rechnet man auch für das Gesamtjahr mit einem zweistelligen Zuwachs im Containerverkehr. Dabei bleibt St. Petersburg auch künftig der Haupthandelhafen für den Russlandverkehr ­– trotz des aufstrebenden Nachbarhafens Ust-Luga. „Ust-Luga ist sicherlich ein exzellenter Hafen für den Umschlag von Kohle und Erz. Allerdings mangelt es hier teilweise noch an der notwendigen Infrastruktur. Eine richtige Konkurrenz zu St. Petersburg oder auch Bronka ist der Hafen derzeit noch nicht“, so Roller. sm