Wirtschaftsentwicklung Russland

Durch den weltweiten Konjunkturabschwung und die strukturellen Schwächen der russischen Wirtschaft hat sich das BIP-Wachstum in jüngster Zeit stetig abgekühlt – mit einer Wachstumsrate von 3,4 Prozent im Gesamtjahr 2012 und nur 2,1 Prozent im letzten Quartal 2012. Der Konsum der privaten Haushalte (+6,6 Prozent) zählte im vergangenen Jahr zu den wichtigsten Wachstumstreibern, während sich die Investitionen erheblich verlangsamt haben und die Staatsausgaben stagnierten. Auch die Industrieproduktion (+2,6 Prozent) verlor im vergangenen Jahr kontinuierlich an Dynamik.

Russland droht in die Rezession zu schlittern. Davor warnte bereits Anfang 2013 Andrej Belousow, seinerzeit noch Minister für wirtschaftliche Entwicklung. Maßnahmen müssten her, um das Wachstum zu stimulieren. Sonst könnte die Wirtschaft im Jahresverlauf mehr als zwei Quartale lang stagnieren. Das Wirtschaftsministerium setzte die amtliche Wachstumsprognose für das BIP 2013 im Mai von 3,6 auf 2,4 Prozent herab.

Statistik 2012
Bevölkerung: 142,4 Mio
Fläche: 17,1 Mio km²
Nominales BIP: 2.022 Mrd. US$
BIP pro Kopf: 14.246 US$
BIP-Wachstum: 3,4 %
BIP-Prognose 2013: 3,4 %
Anteil des Privatsektors am BIP: 65 %
Quelle: IWF

Als erste internationale Institution korrigierte die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) ihre Prognosen. Diese traut Russland für 2013 ein BIP-Wachstum von nur noch 1,8 Prozent zu. Unterlassene Strukturanpassungen und staatliche Monopole verhindern, dass bei den derzeit nachlassenden Exporteinnahmen auf interne Wachstumskräfte umgeschaltet werden könnte. Die Hoffnungen liegen auf dem privaten Konsum, befeuert durch weitere Lohnerhöhungen, und auf einer Konjunkturerholung in Europa.
Für das zweite Halbjahr 2013 sehen Experten zumindest zwei positive Entwicklungen voraus: So könnte der Beitrag der Landwirtschaft zur Wirtschaftsleistung steigen, nachdem im Vorjahr Dürre und Waldbrände einen gehörigen Teil der Ernte vernichteten. Auch wird auf eine konjunkturelle Erholung im Euroraum gesetzt. Dadurch könnten Russlands Öl- und Gasexporte erneut zulegen.
Quellen: GTAI, EU-Kommission, EBRD, Statistisches Bundesamt

Außenhandel mit Deutschland
Mit 9,4 Prozent Anteil am russischen Importvolumen ist Deutschland weiterhin nach China (15,4 Prozent) zweitwichtigster Lieferant Russlands. 2012 stieg das Außenhandelsvolumen um 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und erreichte über 80 Milliarden Euro, wobei die Exporte nach Russland um zehn Prozent zunahmen, die Importe um 3,8 Prozent.

Deutsch-russischer Außenhandel 2012/2011 © OWC

In der Rangliste der Außenhandelspartner Deutschlands, 2012:
Deutsche Einfuhr: 7. Platz
Deutsche Ausfuhr: 11. Platz