RZD-Chef will mit dem Sapsan nach Sibirien

RZD-Chef Jakunin will die russische Bahn schneller machen © OWC
RZD-Chef Jakunin will die russische Bahn schneller machen © OWC

SOTSCHI. Bis zum Jahr 2020 will die Russische Eisenbahn (RZD) 20.000 Kilometer neue Strecke bauen, davon allein 5.000 Kilometer für den Verkehr von Schnellzügen, kündigte RZD-Präsident Wladimir Jakunin vergangenen Freitag auf dem 7. Internationalen Eisenbahnforum in Sotschi an. Der Siemens-Schnellzug Velaro Rus, der in Russland unter dem Namen Sapsan zwischen St. Petersburg, Moskau und Nishnij Nowgorod fährt, soll bald auch weitere russische Regionalzentren untereinander verbinden, sagte Jakunin. In Planung seien Omsk, Nowosibirsk, Tscheljabinsk, Jekaterinburg und Kasan. Auch den für die Olympischen Spiele in Sotschi georderten 38 Elektrozügen Desiro aus dem Hause Siemens sollen weitere folgen. Der „Lastotschka“ getaufte Zug werde zukünftig in deutsch-russischer Gemeinschaftsproduktion im Ural entstehen. Zunächst seien 1.000 Exemplare anvisiert.

Auch Verkehrsminister Ramsauer führte Gespräche in Sotschi © OWC
Auch Verkehrsminister Ramsauer führte Gespräche in Sotschi © OWC

Nach China in zwölf Tagen
Jakunin betonte das Potenzial des Transportkorridors zur pazifischen Region. Für Lieferungen von Duisburg über Russland und Kasachstan nach Shenzhen würden heute auf 11.000 Kilometer Schienenweg 23 Tage benötigte, während der Seeweg 46 Tage in Anspruch nehme. Dieselbe Strecke ließe sich aber auch in zwölf Tagen realisieren. Die bestehenden Kooperationen der RZD mit Siemens, Alstom, Bombardier und weiteren italienischen und französischen Unternehmen schafften die technischen Voraussetzungen für eine zügige Abwicklung der Verkehrsströme per Bahn von China nach Europa, so Jakunin. Schon jetzt gibt es vier Joint Venture der RZD mit der Deutschen Bahn.

Grube für weniger Bürokratie
Das Eisenbahnforum in Sotchi ist eines der wichtigsten Wirtschaftsforen Russlands. In diesem Jahr waren die EU mit ihrem Vize-Präsidenten Siim Kallas und weiteren Verantwortlichen vertreten, außerdem waren die Transportminister der baltischen Republiken, Aserbaidschans und Kasachstans vor Ort. Die deutsche Delegation führte Transportminister Peter Ramsauer an. Der Chef der Deutschen Bahn, Rüdiger Grube, forderte in seinem Forumsvortrag einen Frachtbrief für alle Transportarten sowie die Beschleunigung der Zoll- und Grenzabfertigungen in den GUS-Ländern. km/awa