Keine Erholung für Russlands M&A-Markt

Die KPMG-Studie geht von einem Markteinbruch um 28 Prozent aus © KPMG
Die KPMG-Studie geht von einem Markteinbruch um 28 Prozent aus © KPMG

MOSKAU. Der russische Markt für Fusionen und Übernahmen (M&A) erholt sich nur langsam von den Erschütterungen der letzten Krise, berichten die Analysten der Beratergesellschaft KPMG in ihrer Ende Mai erschienen Studie „M&A in Russia 2011“. 2011 war für den M&A-Markt weltweit und besonders für Russland ein eher enttäuschendes Jahr, heißt es dort. Während das globale M&A-Geschäft wertmäßig um sechs Prozent zurückging, verzeichnete Russland einen Einbruch von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das sei letztlich die Folge einer geringeren Zahl von „Megadeals“. Gemessen an der Anzahl von M&A-Transaktionen hat Russland gegenüber dem global rückläufigen Markt allerdings leicht zulegen können.

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass das M&A-Geschäft primär durch inländische Transaktionen bestimmt ist. Schwergewichte des Markts waren und sind erwartungsgemäß die in der russischen Wirtschaft dominierenden Rohstoff- und Energiesektoren. So entfiel wertmäßig rund die Hälfte aller Deals 2011 auf Metallurgie, Bergbau, die Öl- und Gasbranche sowie die Energiewirtschaft. Jeder vierte Deal kam in diesen Kernsektoren zustande, die im Übrigen auch einen wesentlichen Teil der grenzüberschreitenden Akquisitionen russischer Investoren im Ausland für sich verbuchen.

Hatten die Unsicherheiten über die Prioritäten der neuen Putin-Regierung bisher insbesondere bei ausländischen Investoren für Zurückhaltung gesorgt, so ist mit der anhaltenden Eurokrise eine rasche Erholung des grenzüberschreitenden M&A-Geschäfts nicht in Sicht. Darüber hinaus hat Russland im Vergleich zu den anderen BRIC-Staaten bei ausländischen Investoren an Attraktivität eingebüßt. Ursachen hierfür sind der bisher nur geringe Fortschritt bei der Beseitigung von Investitionshemmnissen aber auch das vergleichsweise geringere Wachstum.
Für 2012 erwartet KPMG, dass sich der russische M&A-Markt wertmäßig insgesamt auf dem Niveau von 2011 halten wird. Während die M&A-Aktivitäten 2011 nach einem starken Start zum Jahresende kontinuierlich abnahmen, rechnen wir für 2012 mit einer spiegelbildlichen Entwicklung und einem kontinuierlichen Zuwachs an Aktivitäten im Verlauf des Jahres. Einer der Treiber hierfür sind unter anderem die geplanten Privatisierungen staatlicher Großunternehmen.

Die komplette Studie: M&A in Russia 2011