InterRail bringt frischen Wind in kasachische Zugverkehre

H. Reinhard von InterRail und J. Iskalijew, Vizechef für Logistik bei KTZ, auf der TransRussia © InterRail
H. Reinhard von InterRail und J. Iskalijew, Vizechef für Logistik bei KTZ, auf der TransRussia © InterRail

ST. GALLEN. Der Schweizer Eisenbahndienstleister InterRail hat auf der Logistikfachmesse TransRussia Ende April ein Konzept für eine effektivere Abwicklung der Eisenbahnverkehre von, nach und über Kasachstan vorgestellt. Das Plattformzug-System, das in Westeuropa bereits etabliert ist, soll in enger Zusammenarbeit mit der kasachischen Eisenbahngesellschaft Kasachstan Temir Scholy (KTZ) nun auch in Zentralasien aufgebaut werden.
Ab der zweiten Jahreshälfte 2012 wollen KTZ und InterRail einen fest getakteten, neuen Zug zwischen dem belarussischen Grenzübergang Brest und der nordwestkasachischen Stadt Aktobe einsetzen. Ab Brest werden die Anbindungen in Richtung Westeuropa über den Containerganzzugverkehr „Ostwind“ beziehungsweise „Westwind“ erfolgen. Von der Plattform Aktobe aus werden in östlicher und südlicher Richtung Verteilerverkehre zu kasachischen Inland-Destinationen sowie nach China und in andere Länder Zentralasiens installiert. „Diese Plattform-Gedanke ist für Kasachstan und allgemein die GUS-Region völlig neu“, erklärt Hans Reinhard, Vorsitzender des Verwaltungsrates der InterRail Holding AG. Bisher habe die KTZ einzelne Züge für die jeweiligen Destinationen eingesetzt. Mit dem neuen Plattformzug von Brest nach Aktobe sollen Güterströme gebündelt werden und für eine gleichmäßigere Auslastung des zur Verfügung stehenden Wagenmaterials sorgen, meldete InterRail Anfang Mai. Gegenwärtig wird das neue Plattform-Zugsystem getestet. Die technisch-technologischen Abläufe des Produkts werden optimiert und die Feinabstimmungen mit den Partnern abgeschlossen.
Mit dem Projekt eröffnen sich auch neue Perspektiven für China-Verkehre mit schnelleren Transitzeiten. „Es gilt, noch einige tarifarische Hindernisse zu überwinden“, sagt Reinhard, technisch sei das ganze jedoch möglich. Den China-Verkehren über Kasachstan nach Europa steht bisher noch ein recht enges Tarifkorsett im Weg. Gemäß den Tarifbestimmungen der GUS-Eisenbahnverkehre dürfen Transittrasporte aus China nicht mit jenen von Kasachstan nach Europa kombiniert werden. „Die Mühlen mahlen langsam“, sagt Reinhard, aber die Ministerien seien sensibilisiert und daran interessiert, die Tarifstrukturen anzupassen und die Stellung Kasachstans als Transportkorridor auszubauen. gh/InterRail