Standort St. Petersburg: Weiße Ware ohne Cluster

St. Petersburg gehört neben Tallinn und Helsinki zu den wichtigsten Städten am Finnischen Meerbusen © OWC
Am Zipfel des Finnischen Meerbusen: St. Petersburg © OWC

Mit der Ansiedlung internationaler Automobilkonzerne ist in St. Petersburg ein neuer Wirtschaftszweig entstanden. Moderne Technologien sollen das Image der Stadt prägen. Auch deutsche Kfz-Hersteller werden jetzt aktiv. Insgesamt haben 300 deutsche Firmen Niederlassungen im Norden Russlands – doch zeigen sie sich zurückhaltend bei Investitionen, nur wenige produzieren. In den beiden Sonderwirtschaftszonen vor den Toren der Stadt geht der Betrieb nur langsam los. Für den Standort im Norden sprechen dennoch überzeugende Argumente: im Vergleich zu Moskau sind die Preise moderat und die Anbindung ans Wasser ist unschlagbar.

Friedrich Frieß freut sich über die neue Autobahn. Seit der Ring um St. Petersburg ausgebaut wurde, ist er über die Kolzewaja Awtomobilnaja Doroga, KAD, wie die Autobahn kurz genannt wird, jetzt schnell in der Stadt. Wenn nun noch der Hafen Bronka in zwei Jahren fertiggestellt sein wird, ist der Standort seiner Fabrik für Kühlschränke und Waschmaschinen ideal, so der Generaldirektor. Höchstens der Schienenanschluss fehlt dann noch. Immerhin gehen die Gleise bis zum Nachbargelände, zu einer Fabrik, in der Panzer repariert werden. Aber ob der dortige Direktor zustimmt, dass Kühlschränke und Waschmaschinen durch das Gelände seiner Panzerfabrik transportiert werden dürfen – daran wagt Frieß zu zweifeln.

Die OOO BSH Bytowije Pribory war eine der ersten großen deutschen Investitionen in St. Petersburg. Nachdem das deutsche Joint Venture zwischen Siemens und Bosch bereits 1994 eine Vertriebsfirma in Moskau eröffnet hatte, startete es 2005 mit dem Bau eines Werkes zur Herstellung von Weißer Ware im Norden des Landes. „Uns hat am Standort ganz klar die Nähe zum Hafen überzeugt und die gute Zusammenarbeit mit der Administration“, sagt Frieß. Allerdings hat es dann doch fünf Jahre gedauert, bis das Unternehmen endlich das Grundstück erwerben konnte.

Der Lokalisierungsgrad der Weißen Ware von BSH liegt hier bei 40 Prozent © OWC
Der Lokalisierungsgrad der Weißen Ware von BSH liegt hier bei 40 Prozent © OWC

Frieß ist noch heute mit dem Standort zufrieden. Auch wenn seine Fabrik – bis auf die Panzerreparaturfabrik – nach wie vor ganz allein die Fahne der Ausländer in Strelna, dem ehemaligen deutschen Dorf im Süden St. Petersburgs, hochhält. Er selbst ist vor einiger Zeit raus aus St. Petersburg in die Nähe des Betriebes gezogen. Eine Stunde Fahrzeit pro Strecke täglich – das war ihm dann doch zu viel.

Lokal produzieren, lokal verkaufen
2007 begann die BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH hier mit der Produktion von Kühlschränken. 440.000 Geräte werden in diesem Jahr in Strelna produziert. Damit hat der Hausgerätehersteller einen Anteil von 16 bis 17 Prozent am russischen Kältemarkt. 98 Prozent der Produktion gehen an die Vertriebsfirma in Moskau. Seit Kurzem wird von hier aus auch der ukrainische, rumänische und ungarische Markt mit beliefert.

Frieß ist besonders stolz auf den hohen Lokalisierungsgrad. 40 Prozent der Zulieferungen stammen aus Russland. „Das ist hoch“, sagt Frieß. Die Bleche werden aus Deutschland geliefert, das Granulat kommt aus Südkorea – „da bringen die Russen nicht die Qualität“ –, die Kunststoffteile aus Deutschland, Italien und Spanien und die Verdichter aus Tschechien und China. Spritzgussteile werden direkt im Werk hergestellt – von der italienischen Firma Technoplast, die sich im BSH-Werk eingemietet hat. Interkos aus St. Petersburg liefert Kunststoff- und Blechteile, Knauf aus St. Petersburg die Styroporteile und andere Verpackungen. „Knauf zählen wir gar nicht als ausländisches Unternehmen, das ist gefühlt ein richtiger Russe“, erklärt Frieß.

2010 hat das Werk auch mit der Waschmaschinenproduktion begonnen – vorerst als SKD-Montage. Alle Teile werden vom BSH-Werk Nauen in Brandenburg per Container über die Fähre zugeliefert, die Hauptkomponenten dürfen zollfrei eingeführt werden. Ein neues Gebäude wurde gebaut – und ab Juli werden Waschmaschinen in einem eigenen Gebäude montiert. „Die Fabrik ist dann vergleichbar mit Europa“, erklärt der Generaldirektor. „Wir sind modern, und wir haben tolle Mitarbeiter.“

Der Krankheitsstand sei vergleichbar mit Deutschland – nur die Fluktuation sei höher. Acht bis 15 Mitarbeiter verlassen monatlich das Werk, obwohl die BSH gut zahlt. Umgerechnet 665 Euro erhält ein Monteur, 1.625 Euro ein Ingenieur. Die Personalsuche sei eine der größten Herausforderungen.

BSH ist in Strelna noch ziemlich allein auf weiter Flur © OWC
BSH ist in Strelna noch ziemlich allein auf weiter Flur © OWC

Sonderwirtschaftszonen laufen langsam an
Der Technopark, der in der Nachbarschaft entstehen sollte, entwickelt sich nicht so zügig wie angekündigt. Auf 110 Hektar sollten schon längst namhafte IT-Unternehmen gebaut haben, sollten Biotechnologie-Cluster arbeiten und das internationale Business Schlange stehen. Aber mehr als das Hauptgebäude und ein trauriger halbfertiger Rohbau sind nicht zu sehen. „Wir wollten früher starten“, erklärt Katarina Saschina, die PR-Chefin des Technoparks, „aber wegen der Finanzkrise und interner Probleme, nämlich der Änderung des Managementsystems der Special Economic Zones, hat sich der Prozess verzögert.“ Nach der Reform werden nun alle 25 Sonderwirtschaftszonen von Moskau aus gelenkt, in St. Petersburg gibt es nur noch einen Chef, Oleg Melnikow.

Wie Saschina erklärt, arbeiten heute schon zehn Unternehmen mit 300 Mitarbeitern in der Sonderwirtschaftszone, vor allem der Pharmabereich soll Schwerpunkt werden. „Wir achten jetzt mehr auf Qualität, nicht auf Quantität.“ Nicht die günstigen Mieten von 350 Rubel plus Umsatzsteuer pro Quadratmeter, sondern die Vernetzung sollen Unternehmen nach Strelna locken. 500 Quadratmeter der insgesamt 15.000 Quadratmeter Bürofläche seien im Neubau noch zu haben.

Im Norden der Stadt gibt es eine zweite Sonderwirtschaftszone, Nowo Orlowskaja. Hier hat der Schweizer Pharmakonzern Novartis im vergangenen Jahr den Grundstein für den Bau einer Produktionsanlage für hochwertige Generika gelegt. 500 Millionen Euro sollen in die Produktion sowie in Forschung und Entwicklung investiert werden. Über die Grundsteinlegung scheint das Unternehmen bisher aber nicht hinausgekommen zu sein. Zum Fortgang des Baus wollte der Konzern auf Nachfrage keine Angaben machen.

Industriegiganten am Leben
Dabei will St. Petersburg gerade solche Investitionen in die Stadt holen, mit denen man das Image als Standort für Innovation, Technologie, Forschung und Entwicklung stärken kann. Traditionell ist in St. Petersburg die Metall- und die Nahrungsmittelindustrie zu Hause. Hier wurden und werden Schiffe gebaut, Traktoren, Turbinen, Eisenbahnen. Power Machines mit den Traditionsunternehmen Electrosila und Leningradsky Metallichesky Zavod gehört heute zu den weltweit größten Herstellern von Generatoren und Turbinen für die Kraftwerkindustrie.

Die alten Industriegiganten haben die Wende im Lande überlebt, doch nur wenige ausländische Investoren beteiligen sich an den Unternehmen. Siemens hatte bis zum vergangenen Jahr einen Anteil von 25 Prozent an der Maschinenbaufabrik Power Machines. Nun gab der deutsche Konzern seine Anteile ab und gründete ein Joint Venture mit Power Machines zum Bau von Gasturbinen. 275 Millionen Euro sollen in den neuen Standort investiert werden.

Produktionsstandorte internationaler Konzerne in und um St. Petersburg © BMBF
Produktionsstandorte internationaler Konzerne in und um St. Petersburg © BMBF

Erfolgsgeschichte Automotive
Über die Entwicklung der Automobilindustrie in und um St. Petersburg lässt sich viel Gutes berichten. 225.000 Autos laufen jährlich vom Band, jedes siebte Fahrzeug Russlands wird in St. Petersburg hergestellt. Toyota, GM, Nissan, Hyunday und Ford produzieren bereits, Fiat und MAN werden in Kürze starten.

Der amerikanische Autokonzern General Motors, der 2008 seine Produktionsstätte OOO GM Auto in St. Petersburg eröffnet hat, verkündete kürzlich nicht nur den Ausbau seiner Produktion sowie den Bau eines zweiten Werkes für 2014 – auch im Bereich Forschung und Entwicklung will GM in St. Petersburg einen Meilenstein setzen. Ende September vergangenen Jahres unterzeichneten General Motors und die Regierung von St. Petersburg ein Memorandum of Understanding zur Zusammenarbeit im Technologiebereich. Der Konzern will Universitäten in aktuelle Forschungsprogramme einbeziehen, junge Wissenschaftler weiterbilden und Praktika in Michigan zur Verfügung stellen.

Diese Kooperation sei ein erster Schritt zur Schaffung eines Forschungs- und Entwicklungszentrums in der Automobilindustrie – in St. Petersburg und in Russland überhaupt, sagte Vize-Gouverneur Michail Osejwskij. Es sei ein bedeutender Input für das Automotive-Cluster der Stadt.

Cluster werden in St. Petersburg gern bemüht. Auf der Homepage der Stadtregierung wird über die Schaffung immer neuer Cluster berichtet. Es gibt ein Cluster für Kernmedizin, ein Pharma-Cluster, Biotechnologie-Cluster, Medizin-Cluster, Schiffbau-Cluster, Elektronik-Cluster, IT-Cluster. Nur ein Cluster für Weiße Ware, das dem BSH-Werk in Strelna Gesellschaft bescheren könnte, gibt es nicht.

Tatsächlich bietet die Stadt gute Möglichkeiten für Partnerschaften im Bereich Forschung und Entwicklung. St. Petersburg hat über 50 staatliche und 40 nichtstaatliche Hochschulen mit etwa 350.000 Studenten. Deutsche Firmen nutzen das Potenzial: Die Deutsche Bahn unterhält ein Center for International Logistics and Supply Chain Management an der Management-Hochschule der Petersburger Staatsuniversität. Das Leibnitz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP Greifswald) initiierte im vergangenen Dezember den Tag des deutsch-russischen Technologietransfers in St. Peterburg, der Göttinger Technologiekonzern Sartorius, seit vielen Jahren mit dem Bereich Sartorius Weighing Technology in St. Petersburg vertreten, eröffnete im vergangenen Jahr in St. Petersburg die Tochtergesellschaft OOO „Sartorius ICR“, die moderne Technologien fördern soll.

Das Business Center Petrowskij Fort ist die neue Heimstatt der AHK Filiale Nordwest © OWC
Das Business Center Petrowskij Fort ist die neue Heimstatt der AHK Filiale Nordwest © OWC

Deutsche: gut, aber nicht spitze
Deutsche Firmen sind in St. Petersburg in fast allen von der Stadtregierung gepushten Clustern aktiv. Bei den ausländischen Investitionen nahm Deutschland im vergangenen Jahr allerdings gerade Platz sieben ein. Die Liste der größten Investoren in der Region Nordwest wird inzwischen von den Chinesen angeführt.

Während GM, Ford und Toyota bereits seit mehreren Jahren in und um St. Petersburg produzieren, macht sich die deutsche Automobilindustrie erst jetzt auf den Weg in den russischen Norden. MAN will in St. Petersburg in diesem Jahr mit dem Bau schwerer Lkw starten, vor einem Jahr hatten Vorstandschef Georg Pachta-Reyhofen und die damalige Gouverneurin Valentina Matwijenko eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Mittelfristig sollen pro Jahr 6.000 Lastwagen vom Band rollen.

Entsprechend dünn gesät ist im Nordwesten auch die deutsche Kfz-Zulieferindustrie. Der internationale Zulieferer Johnson Controls aus Dortmund produziert in St. Petersburg, die Firma Behr, Stuttgart, ein Unternehmen der Mahle Group, gründete im Februar 2011 eine Gesellschaft, es sollen Fertigungskapazitäten für Pkw und Nutzfahrzeuge entstehen.

Einfallstor Hafen
Unter den deutschen Mitgliedsfirmen der AHK Russland, die in der Region Nordwest eine Repräsentanz oder Niederlassung unterhalten, finden sich neben den Handelsfirmen zahlreiche Logistikunternehmen. St. Petersburg ist für sie das Tor nach Russland – fast 20 Prozent der Waren, die Russland über Häfen erreichen, kommen über den Hafen St. Petersburg ins Land. Das Umschlagvolumen aller Häfen betrug 2011 etwa 535,4 Millionen Tonnen – in den Großhäfen St. Petersburgs wurden 60 Millionen Tonnen umgeschlagen, in Ust-Luga 22,7 Millionen Tonnen. Zum Vergleich: Im Hafen Hamburg betrug der Gesamtumschlag 2011 132 Millionen Tonnen, im Gesamthafen Lübeck 26,57 Millionen Tonnen.

Russland ist der bedeutendste Handelspartner des Hamburger Hafens im Europa-Containerverkehr. Weltweit nimmt Russland Platz drei auf der Liste der Top-Handelspartner des Hamburger Hafens ein. Im ersten Halbjahr 2011 entwickelte sich der Containerumschlag zwischen Hamburg und Russland mit 276.000 TEU überdurchschnittlich gut, das entspricht einem Zuwachs von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Stahl gehört zu den wichtigsten Umschlagprodukten der St. Petersburger Häfen © Finnlines
Stahl gehört zu den wichtigsten Umschlagprodukten der St. Petersburger Häfen © Finnlines

Im vergangenen Jahr habe der Verkehr mit Russland wieder gut angezogen, bestätigt auch Wilfried Anders, Leiter der Repräsentanz der Finnlines Deutschland GmbH in St. Petersburg. „Das Volumen aus dem Jahr vor der Krise, 2008, haben wir inzwischen wieder erreicht, allerdings nicht die Preise, da der Treibstoff heute sehr viel teurer ist als noch 2008“, erklärt Anders.

Die meiste Ladung bleibt in St. Petersburg und der nördlichen Region, etwa 20 Prozent der Fährfracht werden weiter nach Moskau transportiert. Nach Russland kommen vor allem hochwertiges Papier, hochwertiger Stahl und Massenware wie Kohlköpfe aus Nordfriesland und natürlich Projektladungen, Übermaße und Schwergewichte. Aus Russland werden minderwertiges Papier und Stahlhalbfertigprodukte geliefert.

Für den Luftverkehr nach St. Petersburg bleibt wenig Fracht. Gerade 30.000 Tonnen wurden im vergangenen Jahr über den Flughafen Pulkowo transportiert. „Der derzeitige Umschlag ist im Vergleich zur Bedeutung von St. Petersburg eher niedrig einzustufen“, sagt Volker Wendefeuer, Deputy Director General der Northern Capital Gateway LLC. Das in Zypern registrierte Unternehmen ist seit Mai 2010 Betreiber des St. Petersburger Flughafens. NCG hält keine Lizenz für die Frachtabfertigung und -abwicklung am Flughafen Pulkovo, gleichwohl sieht der Manager durchaus Möglichkeiten, das Frachtvolumen mittelfristig zu erhöhen.

„Der Flughafen wird sich vor allem im Passagierverkehr rasant entwickeln“, prognostiziert Wendefeuer. Im vergangenen Jahr startete Northern Capital Gateway mit der ersten Ausbauphase des Flughafens, die 2013 abgeschlossen sein soll. Dann verfügt der Flughafen Pulkowo über Terminalanlagen mit einer Kapazität für 14 Millionen Passagiere jährlich.
St. Petersburg habe großes Potenzial für den Ausbau des Tourismus, erklärt Wendefeuer. A und O aber sei das Visa-Problem. „Es müsste eine Lösung gefunden werden, dass auch Touristen, die mit dem Flieger nach St. Petersburg kommen, ähnlich wie die Kreuzfahrttouristen für zwei bis drei Tage visafrei in St. Petersburg bleiben können.“

Keine Saure-Gurken-Zeit für Anwälte
Visa-Angelegenheiten allerdings fallen nicht in die Kompetenz der Stadt, wie auch andere Fragen, die ausländischen Investoren das Leben schwer machen, nicht in St. Petersburg zu lösen sind. „Wenn wir ein Tochterunternehmen in St. Petersburg registrieren lassen, kämpfen wir nach wie vor mit der Behörde um den Handelsregistereintrag“, sagt Dagmar Lorenz, Rechtsanwältin mit Kanzlei in St. Petersburg und in Moskau. „Es gibt zwei Formulare, die gleichermaßen gültig sind, jedoch akzeptiert das Finanzamt nur eines von beiden, was rechtswidrig ist.“

An der Newa zieht das Neugeschäft jetzt merklich an © OWC
An der Newa zieht das Neugeschäft jetzt merklich an © OWC

Dagmar Lorenz arbeitet seit mehr als zwei Jahrzehnten in St. Petersburg. Mit solch bürokratischen Hemmnissen kann sie umgehen. Seit Anfang dieses Jahres spürt sie einen deutlichen Anstieg des Interesses an St. Petersburg. „Im Januar und Februar ist in Russland meist Saure-Gurken-Zeit. Aber in diesem Jahr hatten wir schon zu Jahresbeginn gut zu tun.“ Die vergangenen zwei bis drei Jahre, so hat Dagmar Lorenz beobachtet, haben deutsche Unternehmen kaum in St. Petersburg expandiert – es gab wenig Neugeschäft, aber jetzt ziehe die Nachfrage mächtig an.

Auch Andreas Bitzi, Leiter der Repräsentanz des Beratungsunternehmens Russia Consulting in St. Peterburg, ist mit dem ersten Quartal 2012 zufrieden. „Das Neugeschäft ist nicht die Masse, aber es läuft.“ Bitzi sieht St. Petersburg als Produktionsstandort ganz klar im Vorteil gegenüber Moskau, vor allem wegen der geringeren Gehälter und Mieten. „Bei Lagerflächen zahlt man hier die Hälfte des Moskauer Preises“, so Bitzi. Auch bei der Ausbildung von Fachkräften gebe es gute Fortschritte: „Die AHK Russland und die Association of European Businesses haben gute Initiativen auf den Weg gebracht.“

Natürlich müsse man in Moskau mit seinem Unternehmen präsent sein. Aber vor allem Firmen, die produzieren wollen, empfiehlt er, den Spieß umzudrehen: Den Ableger in Moskau, das Hauptgeschäft in St. Petersburg. Dann wäre die BSH-Fabrik in Strelna vielleicht nicht länger allein. jf

Dieser Beitrag ist erschienen in Ost-West Contact 04/2012.