Skolkowo kooperiert mit Berlin

Nobelpreisträger Alfjorow lobte die deutsch-russische Wissenschaftskooperation. © TU Berlin
Nobelpreisträger Alfjorow lobte die deutsch-russische Wissenschaftskooperation. © TU Berlin

BERLIN. Russlands Innovationsprojekt Skolkowo arbeitet beim Aufbau des Technologieparks vor den Toren Moskaus mit drei Berliner Forschungseinrichtungen zusammen. Anfang März unterzeichneten die Technische Universität Berlin, der Wissenschafts- und Technologiepark Berlin Adlershof und der Wissenschafts-, Gesundheits- und BiotechPark Campus Berlin-Buch je eine Kooperationsvereinbarung mit der russischen Skolkowo-Stiftung, die für den Aufbau des Innovationszentrums Skolkowo zuständig ist.
Die Vereinbarung sieht einen regelmäßigen Informationsaustausch zwischen den Berliner Einrichtungen und den russischen Wissenschaftlern vor, vorrangig in den Bereichen Biomedizin, Energie und Raumfahrt. Von Interesse auf russischer Seite seien zudem die Erfahrungen beim Aufbau und Betrieb eines Technologieparks an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Konkrete gemeinsame Projekte würden derzeit erarbeitet, sagte TU-Präsident Jörg Steinbach.
In Skolkowo soll die russische Wissenschaft wieder kommerzialisierbar gemacht werden, nachdem dies aufgrund mangelnder Finanzierung jahrelang nicht passiert sei, sagte Alexej Beltjukow, Vize-Präsidemt der Skolkowo-Stiftung. Auch Schores Alfjorow, der russische Nobelpreisträger und Vizevorsitzender des „Scientific Advisory Councils“ von Skolkowo, bestätigte: „In der zweiten Hälte des 20. Jahrhunderts gab es drastische Entwicklungen in Wissenschaft und Technologie. Russland hat in diesem Prozess 25 Jahre verloren.“
Das Innovationszentrum Skolkowo soll nun als Bindeglied zwischen Grundlagenforschung und anwendungsorientierter Forschung fungieren. Das Jahresbudget beträgt zirka 1,5 Milliarden US-Dollar. Bis zum Jahr 2014 investiert der russische Staat nochmals knapp zwei Milliarden US-Dollar in Infrastruktur und Wissenschaftseinrichtungen. Bis zu 30.000 hochqualifizierte Wissenschaftler und Ingenieure sollen in Skolkovo optimale Rahmenbedingungen für die Erforschung und Entwicklung weltmarkttauglicher Hightech-Produkte bekommen.