Bilaterale Abkommen im Wert von drei Milliarden Euro

Kasachstans Präsident Nasarbajew ist derzeit auf Staatsbesuch in Berlin. © akorda.kz
Kasachstans Präsident ist auf Staatsbesuch in Berlin. © akorda.kz

BERLIN. Verträge mit einem Volumen von drei Milliarden Euro wurden heute in Berlin zwischen deutschen und kasachischen Unternehmen unterzeichnet. Wie Kasachstans Präsident Nursultan Nasarbajew, gegenwärtig auf Staatsbesuch in Deutschland, während eines Vortrages vor Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Medien in der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik gestern erklärte, sei es für Kasachstan eine große Ehre, gemeinsam mit Deutschland das Programm zu der Industrialisierung des Landes umzusetzen.
Wichtigstes Ereignis neben den 50 Vereinbarungen auf Firmenebene ist der Abschluss eines Regierungsabkommen über die Partnerschaft im Rohstoff-, Industrie- und Technologiebereich. Deutschen Firmen soll so der Zugang zu Rohstoffen gesichert werden, die auf dem Weltmarkt nur eingeschränkt verfügbar sind. „Wesentlich ist, dass die Unternehmen beider Länder von der Partnerschaft profitieren“, sagte Ulrich Grillo, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Metalle (WVM) und Vizepräsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), im Interview mit KASACHSTAN aktuell.

Im Mai vergangenen Jahres hatten beide Länder bereist eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Der Abschluss der Rohstoffpartnerschaft verzögerte sich dann, da Nasarbajew nicht wie geplant im November nach Deutschland reiste.

Kasachstan gehört zu den Ländern mit dem höchsten Wirtschaftswachstum. Das Land konnte 2011 wie auch 2010 einen realen BIP-Zuwachs von mehr als sieben Prozent verzeichnen, für 2012 wird ein Wachstum von mehr als sechs Prozent erwartet. Wichtigste Aufgabe sei es jetzt, so Nasarbajew, das Programm zur innovativen Entwicklung der Industrie umzusetzen, das die Realisierung von 200 Projekten mit einem Investitionsvolumen von 500 Milliarden US-Dollar vorsieht. Bei seinen ehrgeizigen Vorhaben zur Diversifizierung der Wirtschaft hoffe Kasachstan auch auf Investoren aus Deutschland, so der Präsident. „Bis 2014 werden wir die staatlichen Investitionen weiter erhöhen“, erklärte Nasarbajew. Ein Prozent des BIP soll dann in Industrieprojekte fließen. Kasachstan verfügt gegenwärtig über Gold- und Währungsreserven in Höhe von 80 Milliarden US-Dollar. Dieses Geld, so Nasarbajew, soll vor allem für die Industrialisierung genutzt werden.
Nasarbajew erläuterte in seinem Vortrag auch den Weg zu Reformen im politischen Bereich. Erst solle sich die Wirtschaft gut entwickeln, dann widme man sich der Politik. „Die Menschen brauchen erst ein Dach über den Kopf, dann kann man die Politik reformieren“, sagte der Staatschef. jf