Deutsche Unternehmen in Russland optimistisch

Harms, Cordes und Lindner bei der Jahresauftakt-Pressekonferenz in Berlin © OA/Kinsbruner
Harms, Cordes und Lindner bei der Jahresauftakt-Pressekonferenz in Berlin © OA/Kinsbruner

BERLIN/MOSKAU. Ost- und Mitteleuropa waren auch 2011 Wachstumsmotor für die deutsche Exportwirtschaft. Während die deutschen Exporte insgesamt um 13 Prozent wuchsen, legten die Lieferungen gen Osten um 20 Prozent zu. Nach Russland wuchs der Export sogar um 30 Prozent. Damit haben die deutschen Warenlieferungen den Rekordwert von 2008 gebrochen.
Zur Jahresauftakt-Pressekonferenz des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft und der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer 2012 in Berlin erklärte der Ost-Ausschuss-Vorsitzende Eckhard Cordes, dass man auch für dieses Jahr mit einer stärkeren Nachfrage nach deutschen Gütern in Ost- und Mitteleuropa rechne als weltweit. Allerdings werde sich das Exportwachstum auch in dieser Region abschwächen.

Laut der jüngsten Geschäftsklima-Umfrage des Ost-Ausschusses und der AHK rechnen 71 Prozent der befragten Firmen 2012 mit einer positiven Entwicklung der russischen Wirtschaft. „Die russische Privatwirtschaft investiert stark“, sagte Michael Harms, Vorsitzender der Deutsch-Russischen AHK. Die jetzigen Demonstrationen in Russland stellten für die Unternehmen keine psychologische Bremse ihrer Investitionstätigkeit dar, so Harms. Der Einfluss der personellen Besetzung des höchsten Amtes auf die Tätigkeit der deutschen Unternehmen werde in der Regel überschätzt.
Unzufrieden sind die Unternehmen allerdings mit dem Verlauf der Modernisierung in Russland: Nur 41 Prozent haben hier im vergangenen Jahr Fortschritte beobachtet. Den größten Reformbedarf sehen die Firmen bei den Themen Bürokratieabbau, gefolgt vom Thema Korruption sowie Zoll- und Visa-Fragen.

Geschäftsklima-Umfrage des Ost-Ausschusses und der AHK