Deutsche Industrie gründet Allianz zur Rohstoffsicherung

Auch Europas größter Kupferproduzent, die Hamburger Aurubis AG, ist am Aufbau der Rohstoffallianz beteiligt. © Aurubis
Auch Europas größter Kupferproduzent, die Aurubis AG, ist beteiligt. © Aurubis

BERLIN. Die Rohstoffbeschaffung ist für deutsche Unternehmen in den zurückliegenden Jahren sehr viel komplexer und schwieriger geworden. Die Industrie befürchtet Engpässe und geht nun in die Offensive. Zwölf deutsche Konzerne haben mit dem Aufbau der „Allianz zur Rohstoffsicherung“ begonnnen und finanzieren deren Gründungsphase: Aurubis, BASF, Bayer, BMW, Chemetall, Daimler, Evonik Industries, Georgsmarienhütte Holding, Bosch, Stahl-Holding-Saar, ThyssenKrupp und Wacker Chemie. „Wir arbeiten gemeinsam an dem Aufbau eines schlagkräftigen Unternehmens, das die Rohstoffsicherheit Deutschlands nachhaltig verbessern soll“, sagte Ulrich Grillo, Vizepräsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ende Januar in Berlin am Rande eines ersten Treffens der Unterstützerunternehmen. „Die Allianz hat den Aufbau von Beteiligungen an Rohstoffprojekten zum Ziel, um so die Versorgung der Industrie mit Rohstoffen langfristig zu verbessern. Sie steht weiteren Unternehmen offen“, so Grillo. Der BDI hat unter Leitung von Grillo das Konzept für die Allianz entwickelt.

Dierk Paskert, zuvor im Vorstand der E.ON Energie AG, wird Geschäftsführer der Rohstoffallianz. © BDI
Dierk Paskert, zuvor E.ON-Energie-Vorstand, wird Geschäftsführer © BDI

Bezugs- und Beteiligungsoptionen schaffen
Geschäftsführer der Allianz ist Dierk Paskert, der zuvor Mitglied im Vorstand der E.ON Energie AG war. Die Rohstoffallianz wird Rohstoffprojekte in einer frühen Projektphase aufgreifen und die Explorationen durchführen, also die Vorkommen erkunden und bewerten, um so Bezugs- und Beteiligungsoptionen für deutsche Unternehmen zu schaffen. In spezifischen Fällen soll die Rohstoffallianz auch bei der Gewinnung und Aufbereitung von Rohstoffen tätig werden. Vorrangige Aufgaben in der Gründungsphase der Rohstoffallianz sind die Klärung organisatorischer und rechtlicher Fragen sowie der Aufbau der Unternehmensstrukturen. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler begrüßte die Gründung der Rohstoffallianz als „Meilenstein für die deutsche Wirtschaft, um die Rohstoffversorgung der deutschen Industrie zu sichern“. Wichtig sei jedoch, dass die Rohstoffallianz wie vorgesehen auch nach ihrer Gründung allen interessierten deutschen Unternehmen offen steht. Das BMWi unterstützt die Anstrengungen der Wirtschaft zur Sicherung des steigenden Rohstoffbedarfs. Beispielsweise sieht die im Oktober 2010 verabschiedete Rohstoffstrategie der Bundesregierung Rohstoffpartnerschaften mit rohstoffreichen Ländern als neues Instrument vor. „Die Rohstoffpartnerschaften sollen zum besseren Zugang zu Rohstoffen für deutsche Unternehmen beitragen. Ein Abkommen mit der Mongolei wurde bereits im Oktober letzten Jahres unterschrieben, ein weiteres Abkommen werde ich in Kürze mit Kasachstan unterzeichnen“, sagte Rösler.