WTO-Beitritt auf breiter Front begrüßt

Container-Terminal des Hafens Hamburg. Der deutsch-russische Handel wird vom WTO-Beitritt profitieren. © Hafen Hamburg Marketing
Der deutsch-russische Handel wird vom WTO-Beitritt profitieren. © Hafen Hamburg

BERLIN/MOSKAU. Die Unterzeichnung des Beitrittsvertrages Russlands zur WTO Mitte Dezember traf bei deutschen Unternehmen, Verbänden und Politikern auf breite Zustimmung. Aus Sicht der deutschen Wirtschaft ist der Beitritt Russlands zur WTO positiv zu bewerten, schreibt der DIHK in seinem Newsletter International aktuell. Der Export nach Russland werde leichter, insbesondere von bisher stark geschützten Industriegütern und Agrarerzeugnissen. Die Einfuhrzölle sollen bis 2020 im Durchschnitt von etwa zehn auf 7,8 Prozent sinken.
„Der Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation WTO ist eine erfreuliche Perspektive für die Weltwirtschaft und ein wichtiges Etappenziel auf dem Weg zu einem einheitlichen europäischen Wirtschaftsraum“, sagte der Ost-Ausschuss-Vorsitzende Eckhard Cordes anlässlich des WTO-Ministerratstreffens in Genf.
Der WTO-Beitritt löse Blockaden, die es bislang bei den Verhandlungen über ein neues Partnerschafts- und Kooperationsabkommen zwischen Russland und der EU gegeben habe. Auch eine gemeinsame Freihandelszone werde dadurch möglich, so Cordes.
Der Russland-Experte von KPMG, Christoph Schenk, geht davon aus, dass der Beitritt zur WTO Russlands Import- und Exportaktivitäten vereinfachen wird. Das Investitionsklima werde sich verbessern und die Rechte an geistigem Eigentum würden gestärkt. Ausländischen Unternehmen wird es ermöglicht werden, sich an öffentlichen Ausschreibungen zu beteiligen, erklärt KPMG.
Auch Wirtschaftsminister Philipp Rösler freut sich über den WTO-Beitritt. „Das ist gut für Deutschland, gut für Russland und gut für die WTO. Deutschland als einer der wichtigsten russischen Handels- und Wirtschaftspartner wird davon in besonderem Maße profitieren.“
Trotz WTO-Beitritt wird Russland wichtige Teile seines Fleischmarktes auch weiterhin gegenüber der Konkurrenz aus dem Ausland relativ stark schützen, berichtet der Agrarverband AgE auf Topagrar online. Moskau habe den Status quo des Rind- und Geflügelfleischmarktes verteidigt.