Navigationssystem Glonass erstmals weltweit verfügbar

Roskosmos präsentierte Glonass auf der Cebit 2011. © OWC
Roskosmos präsentierte Glonass auf der Cebit 2011. © OWC

MOSKAU. Seit vergangener Woche sind 24 Navigationssatelliten des russischen Satellitennavigationssystems Glonass in Betrieb und sorgen damit erstmals für eine weltweite Abdeckung mit Ortungssignalen. Insgesamt befinden sich mittlerweile 31 funktionsfähige Satelliten in drei verschiedenen Umlaufbahnen, meldet die Raumfahrtbehörde Roskosmos. Einige davon werden gegenwärtig auf den regulären Betrieb vorbereitet, andere dienen als Reserve oder sind in einem Wartungsmodus. Mit 24 aktiven Satelliten aber können rund um die Uhr und rund um den Globus Signale von jeweils mindestens vier Satelliten empfangen werden. Dies ist erforderlich für die genaue Bestimmung der Position zu einem bestimmten Zeitpunkt.
Das Glonass-Projekt (Globalnaja Nawigazionnaja Sputnikowaja Sistema) startete 1972 in der Sowjetunion, die ersten Satelliten gelangten 1982 ins All. Die erste Generation hatte lediglich eine projektierte Funktionsdauer von etwa drei Jahren, kam allerdings auf eine durchschnittliche Betriebszeit von 4,5 Jahren. Während der Wendezeit wurde der Betrieb des 1993 in Dienst gestellten Systems immer lückenhafter. Erst im neuen Jahrtausend wurde die Erneuerung von Glonass als nationales Ziel konsequent in Angriff genommen. Bereits seit Jahren schon werden in Russland speziell auf Glonass zugeschnittene Navigationsgeräte, Smartphones, Tablets und ähnliches angeboten. Die derzeit verwendeten Satelliten vom Typ Glonass-M werden von der JSC „ISS – Reshetnev Company“ entwickelt und gebaut. Seit 2003 ergänzen sie das Glonass-System. Ihre aktive Betriebszeit im Weltraum ist für sieben Jahre garantiert.
Nach Angaben von Roskosmos sollen in den nächsten zehn Jahren weitere 60 Milliarden Rubel (mehr als 1,4 Milliarden Euro) in den Ausbau und die Perfektionierung des Systems investiert werden.
Das Navigationssystem Glonass ist ein Konkurrent des US-amerikanischen Systems GPS. Glonass eignet sich für die Ortung und die Bestimmung der Geschwindigkeit von See-, Luft- und Bodenobjekten, darunter auch Menschen, mit einer Genauigkeit von einem Meter. Die Inbetriebnahme des Systems wurde in den letzten Jahren aus technischen und finanziellen Gründen mehrfach verschoben. Bis 2015 soll die Satellitengruppierung fertiggestellt werden. gh